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Der Olivenbaum und das Olivenöl sind seit Jahrtausenden Symbol für Reichtum, Friede und Hoffnung: Kaum einer anderen Pflanze wurde seit jeher so viel Verehrung entgegengebracht. Auf der Podere Usignolo wurzeln gut 350 robuste Olivenbäume (Olea europaea). Die Bäume der toskanischen Sorten Leccino, Moraiolo, Correggiolo/Frantoiana und Pendolino sind mehrere Jahrzehnte alt und wurden der damaligen Tradition folgend in geringer Pflanzendichte gepflanzt, das heißt mit nicht mehr als 100 Bäumen je ha, sortendurchmischt und in kleinflächigen Hainen. Getreu den Richtlinien des biologischen Landbaus nutzen wir die ideale Lage unserer Olivenhaine (sonnige und dem Meer zugewandte Lage auf 200 - 350 müM, im Herbst ausreichend Regen, keine all zu großen Temperaturunterschiede während der Jahreszeiten). Wir verwenden ausschließlich biologische Düngemittel und verzichten zu 100% auf synthetische Pflanzenschutzmittel und künstliche Bewässerung.
Die Olive erreicht ihre Vollreife im Winter, je nach Sorte und Witterung im November/Dezember/Januar. Wir ernten alle unsere Oliven bereits Anfang November im Stadium der 'Rotreife' , das heißt wenn sich ihre Farbe von Grün über Violett-Rot zu Schwarz wandelt. Die frühe Ernte bestimmt maßgeblich die Qualität des Öls: Farbe, Geschmack und Gehalt an Substanzen wie ungesättigte Fettsäuren, natürliche Vitamine, Sterine und wichtige phenolische Verbindungen, welche zusammen die Stabilität des Öls fördern und als Antioxidantien schädliche Oxidationsprozesse, welche durch 'freie Radikale' ausgelöst werden können, verhindern. Würden die Oliven erst im Stadium ihrer Vollreife geerntet, bestünde das Risiko, dass bei gleichbleibendem Ölgehalt die Neigung zum Ranzigwerden des Öls zunimmt.
Für die Qualität eines Olivenöls erster Güte ist deshalb der Ernte- und Pressvorgang von entscheidender Bedeutung. Die Größe unserer Haine erlaubt es, die Oliven von Hand und mit grobzinkigen Rechen zu ernten und auf den Einsatz von mechanischen Verfahren zu verzichten. So vom Stil gelöst, fallen die Oliven in die unter den Bäumen ausgebreiteten Netze, ohne dabei beschädigt zu werden. Bevor wir sie in gut belüftete Transportkisten abfüllen, werden abgefallene Ästchen, Blätter und verdorbene Früchte sorgfältig aussortiert. Ein nächster wichtiger Schritt ist die Weiterverarbeitung. Sie will schnellstmöglich erfolgen, denn einmal vom Baum getrennt oder mechanisch beschädigt, setzt bei der Olive ein Oxydationsprozess ein, der sich negativ auf die Qualität auswirkt. Wir bringen deshalb die Oliven innert zwei Tagen in die Ölmühle von Sassofortino, wo sie sofort gemahlen und unter kontrollierter Temperatur (max. 27°C) kalt gepresst werden. Noch in der frantoio wird das olio nuovo verkostet und mit einer frisch gerösteten bruschetta genossen, was für uns und unsere Helferinnen und Helfer immer wieder ein ganz besonderes Ereignis ist.
Im Verlaufe eines Olivenbaumjahres erfahren die Bäume eine aufmerksame Pflege: Im Frühjahr werden sie tüchtig zurückgeschnitten, die Wiesen zwei bis drei Mal pro Jahr gemäht und die Weideborde von Brombeeren gesäubert. Im Spätsommer ist es dann Zeit, die nachgewachsenen Wassertriebe zu entfernen und die Ernte vorzubereiten.
Sie haben Gelegenheit, in kleinen Gruppen von max. 9 Personen und unter fachkundiger Anleitung beim Schneiden der Olivenbäume und bei der Olivenernte mitzuwirken. Unsere Angebote haben zum Motto: Ferien einmal anders! Die Teilnehmer/innen sind deshalb keine entlöhnten Angestellten sondern Feriengäste, die sich mit einem Unkostenbeitrag beteiligen.
Gerne teilen wir mit Ihnen auch den Genuss unseres ausgezeichneten ´Olio Extra Vergine d´Oliva´.
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